Unbeirrt schreitet das Wesen weiter. Als es am Ende der Treppe aus der Tür tritt weht ihm seit Jahren zum ersten Mal wieder frische Luft durch die verwesenden Glieder. Auf dem mit Narben übersätem Kopf spürt es die brennenden Strahlen der Mittagssonne, welche kleine Brandherde auf der trockenen Haut entzünden.
Seit dem schrecklichen Vorfall vor 5 Jahren vegetierte sein toter, aber dennoch nicht lebloser Körper im Keller des Gemeindehauses. Achtlos hingeworfen von warmen Händen lag er da die ersten Wochen bis er sein Eigenleben entwickelte.
Man hatte versucht sein Ableben geheim zu halten. Ein Gemeindemitglied war während einer Zeremonie ausgerastet und hatte eine Waffe gezogen. Noch bevor er unschädlich gemacht werden konnte löste sich ein Schuss und die Kugel durchdrang die Stirn des allseits belieben und hoch angesehenen Oberhauptes. Begleitet von dem lauten Schreien der anderen glitt er zu Boden, wo das aus dem noch dampfenden Einschlussloch fließende Blut eine kleine rote Pfütze bildete. Panik brach aus, doch es wurde sofort gehandelt. Alle Türen wurden verriegelt, sodaß niemand flüchten konnte, dem Amokläufer die Waffe entwendet und ihn auf der Stelle hingerichtet. Die Kugel bohrte sich durch beide Schläfen und der Austritt hinterließ rote Spritzer an der Wand. Kleine Stücke Gehirn gaben sich der Schwerkraft hin und liefen langsam gen Boden. Starke Hände packten die beiden Leichen und zogen sie nach draußen.
Der Ältestenrat hatte beschlossen, man müsse diesen Vorfall um jeden Preis geheim halten, weil er sonst ein schlechtes Licht auf die Sekte werfen würde. Seine Organisation hatte nicht zuletzt durch kollektive Massenselbstmorde einen negativen Zusammenhang mit dem Tod erhalten. So wurde das blutüberströmte Basisoberhaupt die Treppen zum ungenutzten Keller des Haupthauses hinunter gebracht. Seinen Mörder packte man in Lumpen und warf ihn in den Fluss. Selbst wenn er gefunden woren wäre, hätte ihn kein außenstehender mehr identifizieren können. Mit dem Eintritt in die Gemeinde würde aus dem öffentlichen Leben gestrichen. Die Polizei würde ihn für einen unbekannten Obdachlosen halten und irgendwo vergraben.
Das Oberhaupt allerdings würde eher erkannt werden, zumal es als ranghohes Mitglied des Öfteren in den lokalen Medien auftauchte. So fand er sein Grab in Form eines stickigen Kellers.
Doch das sollte nicht das Ende sein. Einige Monate später rissen sich die ersten Gliedmaßen aus der eisernen Erstarrung und entwickelten neues Leben.
Als erster wurde Novize Müller auf das Treiben aufmerksam, als er eines Nachts im darauffolgenden Jahr ein leises Pochen hinter der Tür vernahm. Aufgeregt eilte er zu seinem leicht übergewichtigen Freund. Beiden standen mit schnellem Herzen vor der Tür, aus der das Pochen immernoch zu vernehmen war. Es war leise und langsam, aber dennoch eingehend und unheilvoll. Schließlich beschlossen sie nachzusehen. Sein Freund eilte zu seinem Haus, um einen Hammer zu besorgen, mit welchem sie das Schloss aufsprengen wollten. Während Novize Müller wartete wurde sein Gefühl über die Sache immer schlechter. Was würde sie erwarten? Wer oder was verbirgt sich hinter der Tür? Doch für weitere Gedanken war keine Zeit mehr. Sein Freund war schon wieder mit einem Hammer zurückgekehrt.
So nahm er seinen Hammer und schlug los. Beim ersten Mal gab es nur ein lautes Rasseln, doch beim zweiten Hieb sprang die Kette auf und das Schloss fiel zu Boden. Aus dem Keller schlug ihnen ein modriger Geruch von Fäulniss entgegen. Müller schritt einige Stufen in die Tiefe. Unten herrschte vollkommene Schwärze. „Hätten wir doch nur eine Taschenlampe mitgenommen“, dachte er sich. Immer weiter umhüllte ihn die Schwärze. Wo kam dieses Pochen nur her!? Er wollte nach hinten schaun, wo sein Freund bleibt aber er war zu gebannt von dem Unbekannten, was vor ihm lag.
Plötzlich vernahm er ein tiefes Knurren ganz in der Nähe. Der Angstschweiß auf seiner Stirn wandelte sich zu einem Fluss. Er wollte rennen. Nur noch weg hier. Er drehte sich um und sah seinen Freund am Ende der Treppe stehen. Mit angstgeweiteten Augen betrachtete er das bizarre Schauspiel. Zwei modrige Hände fuhren mit einem Grunzen aus der Dunkelheit und fassten Müller bei den Schultern. Mit einem Ruck wurde er nach Hinten gerissen. Die Kraft hinter dieser Aktion kam zu überraschend und Müller verlor den Halt. Er wurde roh um die Achse seines Angreifers gerissen und durch den Raum geschleudert. All dies nahm er nur noch in Zeitlupe wahr. Das Schwarz vor seinen Augen wich einem funkelnden Meer aus wirren Farben, als er Richtung Boden taumelte. Beim Aufprall verlor Müller nun endgültig den letzten Rest seines Verstands. Der Schädel zerbarste auf dem Kachelboden und Knochensplitter und Blut säumten den Boden, als langsam das Gehirn heraus quoll. Entsetzt wich sein Freund von der Treppe. Er drückte die stählerne Tür so fest wie es ging zu und rief vom Angesicht des Todes verzweifelt nach Hilfe …
Am nächsten Tag hatte sich ein Trupp Lagermitglieder in den Keller getraut und die wandelnde Leiche mit einem Kopfschuss vorerst niedergestreckt. Allerdings war es klar, dass es damit nicht getan war. Sie schnürten den verwesenden Laib mit Stahlseilen und legten ihn in die Ecke. Novize Müllers Überreste wurden verbrannt und in den Fluss geworfen.
Der Ältestenrat beriet vier Tage und vier Nächte, was nun zu tun sei. Zuerst wollte man den Körper einfach entsorgen. Zwei Tage später war man soweit, dass man das Monstrum dem Ältestenrat übergeben wollte. Am Ende jedoch waren sie sich einig, dass die den Zombie behalten und studieren wollten. Sie versprachen sich dadurch vielleicht den Schlüssel zum ewigen Leben zu finden. Diese Entdeckung würde die Zeugen Jehovas wohl zur mächtigsten Organisation der Welt werden lassen. Jeder würde sich ihnen anschließen wollen, um auch den süßen Wein endlosen Lebens kosten zu dürfen.
So wurden im Keller einige Wissenschaftliche Geräte montiert, mit denen man den Zombie untersuchen wollte. Mit der Zeit schuf man aus dem alten Keller ein kaltes, stinkendes Labor. So vegetierte der Körper all die Jahre dahin. Die Forscher hatten mittlerweile herausgefunden, dass die Kombination von Asbest, der feuchten Wände und Reste radioaktiven Mülls, welcher einige Meter unter der Erde deponiert war, zu unsichtbaren Dämpfen und Strahlungen geführt hat, die möglicherweise für die Wiederauferstehung des Oberhauptes im Keller verantwortlich waren. Man war sich allerdings nicht sicher, weil es keinerlei Auswirkungen auf die noch lebenden Kellerbesucher hatte. In all diesen Jahren gab es nur einen Vorfall, in dem der Zombie einem unvorsichtigen Forscher die Schädelecke aufriss und sich an dessen Gehirn verging.
Doch nun ist er frei. Nach 5 Jahren aus seinem dunklen Gefängnis entflohen steht er da. Bereit seinem Instinkt zu folgen und auf Jagd zu gehen, sich an der Menschheit zu rächen. Doch es ist nur der Anfang als sich einige Meter hinter ihm unter der Erde ein kleiner Finger bewegt.
Seit dem schrecklichen Vorfall vor 5 Jahren vegetierte sein toter, aber dennoch nicht lebloser Körper im Keller des Gemeindehauses. Achtlos hingeworfen von warmen Händen lag er da die ersten Wochen bis er sein Eigenleben entwickelte.
Man hatte versucht sein Ableben geheim zu halten. Ein Gemeindemitglied war während einer Zeremonie ausgerastet und hatte eine Waffe gezogen. Noch bevor er unschädlich gemacht werden konnte löste sich ein Schuss und die Kugel durchdrang die Stirn des allseits belieben und hoch angesehenen Oberhauptes. Begleitet von dem lauten Schreien der anderen glitt er zu Boden, wo das aus dem noch dampfenden Einschlussloch fließende Blut eine kleine rote Pfütze bildete. Panik brach aus, doch es wurde sofort gehandelt. Alle Türen wurden verriegelt, sodaß niemand flüchten konnte, dem Amokläufer die Waffe entwendet und ihn auf der Stelle hingerichtet. Die Kugel bohrte sich durch beide Schläfen und der Austritt hinterließ rote Spritzer an der Wand. Kleine Stücke Gehirn gaben sich der Schwerkraft hin und liefen langsam gen Boden. Starke Hände packten die beiden Leichen und zogen sie nach draußen.
Der Ältestenrat hatte beschlossen, man müsse diesen Vorfall um jeden Preis geheim halten, weil er sonst ein schlechtes Licht auf die Sekte werfen würde. Seine Organisation hatte nicht zuletzt durch kollektive Massenselbstmorde einen negativen Zusammenhang mit dem Tod erhalten. So wurde das blutüberströmte Basisoberhaupt die Treppen zum ungenutzten Keller des Haupthauses hinunter gebracht. Seinen Mörder packte man in Lumpen und warf ihn in den Fluss. Selbst wenn er gefunden woren wäre, hätte ihn kein außenstehender mehr identifizieren können. Mit dem Eintritt in die Gemeinde würde aus dem öffentlichen Leben gestrichen. Die Polizei würde ihn für einen unbekannten Obdachlosen halten und irgendwo vergraben.
Das Oberhaupt allerdings würde eher erkannt werden, zumal es als ranghohes Mitglied des Öfteren in den lokalen Medien auftauchte. So fand er sein Grab in Form eines stickigen Kellers.
Doch das sollte nicht das Ende sein. Einige Monate später rissen sich die ersten Gliedmaßen aus der eisernen Erstarrung und entwickelten neues Leben.
Als erster wurde Novize Müller auf das Treiben aufmerksam, als er eines Nachts im darauffolgenden Jahr ein leises Pochen hinter der Tür vernahm. Aufgeregt eilte er zu seinem leicht übergewichtigen Freund. Beiden standen mit schnellem Herzen vor der Tür, aus der das Pochen immernoch zu vernehmen war. Es war leise und langsam, aber dennoch eingehend und unheilvoll. Schließlich beschlossen sie nachzusehen. Sein Freund eilte zu seinem Haus, um einen Hammer zu besorgen, mit welchem sie das Schloss aufsprengen wollten. Während Novize Müller wartete wurde sein Gefühl über die Sache immer schlechter. Was würde sie erwarten? Wer oder was verbirgt sich hinter der Tür? Doch für weitere Gedanken war keine Zeit mehr. Sein Freund war schon wieder mit einem Hammer zurückgekehrt.
So nahm er seinen Hammer und schlug los. Beim ersten Mal gab es nur ein lautes Rasseln, doch beim zweiten Hieb sprang die Kette auf und das Schloss fiel zu Boden. Aus dem Keller schlug ihnen ein modriger Geruch von Fäulniss entgegen. Müller schritt einige Stufen in die Tiefe. Unten herrschte vollkommene Schwärze. „Hätten wir doch nur eine Taschenlampe mitgenommen“, dachte er sich. Immer weiter umhüllte ihn die Schwärze. Wo kam dieses Pochen nur her!? Er wollte nach hinten schaun, wo sein Freund bleibt aber er war zu gebannt von dem Unbekannten, was vor ihm lag.
Plötzlich vernahm er ein tiefes Knurren ganz in der Nähe. Der Angstschweiß auf seiner Stirn wandelte sich zu einem Fluss. Er wollte rennen. Nur noch weg hier. Er drehte sich um und sah seinen Freund am Ende der Treppe stehen. Mit angstgeweiteten Augen betrachtete er das bizarre Schauspiel. Zwei modrige Hände fuhren mit einem Grunzen aus der Dunkelheit und fassten Müller bei den Schultern. Mit einem Ruck wurde er nach Hinten gerissen. Die Kraft hinter dieser Aktion kam zu überraschend und Müller verlor den Halt. Er wurde roh um die Achse seines Angreifers gerissen und durch den Raum geschleudert. All dies nahm er nur noch in Zeitlupe wahr. Das Schwarz vor seinen Augen wich einem funkelnden Meer aus wirren Farben, als er Richtung Boden taumelte. Beim Aufprall verlor Müller nun endgültig den letzten Rest seines Verstands. Der Schädel zerbarste auf dem Kachelboden und Knochensplitter und Blut säumten den Boden, als langsam das Gehirn heraus quoll. Entsetzt wich sein Freund von der Treppe. Er drückte die stählerne Tür so fest wie es ging zu und rief vom Angesicht des Todes verzweifelt nach Hilfe …
Am nächsten Tag hatte sich ein Trupp Lagermitglieder in den Keller getraut und die wandelnde Leiche mit einem Kopfschuss vorerst niedergestreckt. Allerdings war es klar, dass es damit nicht getan war. Sie schnürten den verwesenden Laib mit Stahlseilen und legten ihn in die Ecke. Novize Müllers Überreste wurden verbrannt und in den Fluss geworfen.
Der Ältestenrat beriet vier Tage und vier Nächte, was nun zu tun sei. Zuerst wollte man den Körper einfach entsorgen. Zwei Tage später war man soweit, dass man das Monstrum dem Ältestenrat übergeben wollte. Am Ende jedoch waren sie sich einig, dass die den Zombie behalten und studieren wollten. Sie versprachen sich dadurch vielleicht den Schlüssel zum ewigen Leben zu finden. Diese Entdeckung würde die Zeugen Jehovas wohl zur mächtigsten Organisation der Welt werden lassen. Jeder würde sich ihnen anschließen wollen, um auch den süßen Wein endlosen Lebens kosten zu dürfen.
So wurden im Keller einige Wissenschaftliche Geräte montiert, mit denen man den Zombie untersuchen wollte. Mit der Zeit schuf man aus dem alten Keller ein kaltes, stinkendes Labor. So vegetierte der Körper all die Jahre dahin. Die Forscher hatten mittlerweile herausgefunden, dass die Kombination von Asbest, der feuchten Wände und Reste radioaktiven Mülls, welcher einige Meter unter der Erde deponiert war, zu unsichtbaren Dämpfen und Strahlungen geführt hat, die möglicherweise für die Wiederauferstehung des Oberhauptes im Keller verantwortlich waren. Man war sich allerdings nicht sicher, weil es keinerlei Auswirkungen auf die noch lebenden Kellerbesucher hatte. In all diesen Jahren gab es nur einen Vorfall, in dem der Zombie einem unvorsichtigen Forscher die Schädelecke aufriss und sich an dessen Gehirn verging.
Doch nun ist er frei. Nach 5 Jahren aus seinem dunklen Gefängnis entflohen steht er da. Bereit seinem Instinkt zu folgen und auf Jagd zu gehen, sich an der Menschheit zu rächen. Doch es ist nur der Anfang als sich einige Meter hinter ihm unter der Erde ein kleiner Finger bewegt.
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